Wer wir sind

boldpanel verbindet wissenschaftliche Präzision mit der Faszination für die Geschichten, die in Stoffen und Schnitten verborgen liegen.

Unsere Geschichte

boldpanel entstand aus der Überzeugung, dass Modegeschichte mehr ist als eine Aneinanderreihung von Stilrichtungen. Als wir vor über zwölf Jahren begannen, waren wir eine kleine Gruppe von Historikern und Kostümforschern, die bei verschiedenen Projekten zusammenarbeiteten. Was uns verband, war der Wunsch, historische Kleidung nicht nur zu dokumentieren, sondern ihre Bedeutung zu entschlüsseln.

In den Anfangsjahren konzentrierten wir uns auf regionale Trachtenforschung in Süddeutschland. Schnell wurde deutlich, dass selbst scheinbar einfache Volkstrachten komplexe soziale Codes enthielten. Eine bestimmte Art, ein Tuch zu binden, konnte Familienstand, Religionszugehörigkeit oder sogar politische Haltung anzeigen. Diese Erkenntnis prägt unsere Arbeit bis heute: Kleidung ist Kommunikation.

Mit der Zeit erweiterten wir unseren Fokus auf die gesamte europäische Kostümgeschichte. Wir arbeiteten mit Museen an Ausstellungskonzepten, berieten Filmproduktionen und unterstützten wissenschaftliche Publikationen. Jedes Projekt lehrte uns etwas Neues über die unendliche Vielfalt menschlicher Ausdrucksformen durch Kleidung.

Heute ist boldpanel ein Team von Spezialisten, die verschiedene Epochen und Aspekte der Modegeschichte abdecken. Uns eint nach wie vor die Begeisterung für jedes Detail – sei es die Konstruktion eines barocken Reifrockes oder die politische Symbolik eines jakobinischen Hutes während der Französischen Revolution.

Unsere Werte

Wissenschaftliche Integrität

Jede Aussage muss belegbar sein. Wir arbeiten mit Primärquellen und überprüfbaren Daten. Spekulationen kennzeichnen wir klar als solche. Historische Forschung erfordert intellektuelle Redlichkeit.

Kontextuelles Denken

Ein Kleidungsstück allein sagt wenig aus. Erst in seinem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontext wird es lesbar. Wir betrachten Mode als Teil größerer historischer Prozesse.

Zugänglichkeit

Wissenschaftliche Präzision bedeutet nicht Unverständlichkeit. Wir sind überzeugt, dass auch komplexe Zusammenhänge klar vermittelt werden können, ohne sie zu trivialisieren.

Kritische Quellenbewertung

Zeitgenössische Darstellungen sind wertvoll, aber nie neutral. Wir fragen stets: Wer hat etwas warum dargestellt? Welche Perspektiven fehlen? Historische Kostümforschung ist auch Ideologiekritik.

Interdisziplinarität

Modegeschichte berührt Kunst, Wirtschaft, Technik und Sozialgeschichte. Wir arbeiten mit Experten verschiedener Disziplinen zusammen, um ein vollständigeres Bild zu gewinnen.

Respekt vor Unterschieden

Historische Kleidungsnormen aus heutiger Sicht zu bewerten, führt in die Irre. Wir versuchen, vergangene Gesellschaften in ihrer eigenen Logik zu verstehen, ohne moralisch zu urteilen.

Unser Team

boldpanel wird getragen von Menschen, die ihre berufliche Laufbahn der Erforschung historischer Kleidung gewidmet haben.

Dr. Katharina Meier

Gründerin und wissenschaftliche Leitung

Nach ihrer Promotion über Kleiderordnungen im spätmittelalterlichen Nürnberg arbeitete Katharina zehn Jahre am Germanischen Nationalmuseum. Ihre Expertise liegt in der Verbindung von Rechtsgeschichte und Kostümforschung. Sie leitet strategische Projekte und verantwortet die wissenschaftliche Qualitätssicherung.

Martin Schröder

Spezialist für Textilgeschichte

Martin kommt aus einer Textilunternehmerfamilie und studierte zunächst Textiltechnik, bevor er zur Geschichte wechselte. Er versteht die technischen Aspekte von Stoffproduktion und kann beurteilen, was in welcher Epoche herstellbar war. Seine Analysen historischer Webtechniken sind in Fachkreisen sehr geschätzt.

Prof. Heinrich Wagner

Berater für höfische Mode

Heinrich lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Barock. Als assoziierter Berater bringt er sein Wissen über höfische Kultur und Repräsentation ein. Seine Publikationen zur Kleidung am Versailler Hof sind Standardwerke.

Lisa Hoffmann

Expertin für das 19. und 20. Jahrhundert

Lisa forschte zu Reformkleidung und der frühen Frauenbewegung. Sie interessiert sich besonders für die Momente, in denen sich Kleidungsnormen veränderten. Ihre Arbeit zeigt, wie Mode und soziale Bewegungen zusammenhängen.

David Zimmermann

Dokumentation und Archivarbeit

David ist unser Experte für Quellenarbeit. Er verbringt viel Zeit in Archiven und Museumsdepots. Seine akribische Dokumentation bildet die Grundlage unserer Analysen. Er hat ein besonderes Talent, vergessene Quellen aufzuspüren.

Sarah Becker

Spezialistin für Alltagskleidung

Während sich viele auf prunkvolle Hof- und Festkleidung konzentrieren, erforscht Sarah die Kleidung gewöhnlicher Menschen. Ihre Dissertation über Arbeitskleidung im 18. Jahrhundert zeigt, wie Menschen außerhalb der Elite sich kleideten.

Wichtige Stationen

2014

Gründung von boldpanel

Aus der Zusammenarbeit bei einem Museumsprojekt entsteht die Idee einer dauerhaften Kooperation.

2016

Erste große Ausstellungsberatung

Wir entwickeln das Konzept für eine Ausstellung über Renaissance-Mode im Germanischen Nationalmuseum.

2018

Expansion in den Filmbereich

Erstmalige Beratung einer historischen Filmproduktion. Es folgen weitere Projekte für Film und Theater.

2020

Digitale Archive

Aufbau einer eigenen digitalen Forschungsdatenbank mit über 5.000 katalogisierten Objekten.

2022

Internationale Zusammenarbeit

Beginn regelmäßiger Kooperationen mit Museen in Frankreich, Italien und den Niederlanden.

2025

Fachtagung ausgerichtet

Organisation einer dreitägigen wissenschaftlichen Konferenz zur Kleidung im Dreißigjährigen Krieg.

Wie wir denken

Unsere Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass jedes Kleidungsstück Teil eines größeren Kommunikationssystems ist. Wenn wir ein barockes Hofkleid analysieren, fragen wir nicht nur: Wie wurde es hergestellt? Sondern auch: Was sollte es ausdrücken? Wer durfte es tragen? Wie veränderte es die Körperwahrnehmung der Trägerin?

Dabei interessieren uns Brüche und Widersprüche mindestens so sehr wie harmonische Entwicklungen. Warum setzte sich eine Modeerscheinung durch, während eine andere ignoriert wurde? Welche sozialen Gruppen nutzten Kleidung zur Abgrenzung, welche zur Nachahmung höherer Stände?

Wir sind überzeugt, dass gute Kostümforschung mehrere Perspektiven einnehmen muss. Die technische Analyse eines Stoffes ist ebenso wichtig wie das Verständnis seiner symbolischen Bedeutung. Ein Kleidungsstück ist gleichzeitig materielles Objekt, wirtschaftliches Gut, Kunstwerk und sozialer Code.

Diese Vielschichtigkeit macht unsere Arbeit herausfordernd, aber auch ungemein spannend. Es gibt immer noch etwas zu entdecken – selbst bei scheinbar gut erforschten Epochen.

Mit wem wir arbeiten

Museen und Ausstellungen

Konzeptentwicklung, Objektrecherche, Katalogtexte und Führungsschulungen für kulturhistorische Ausstellungen.

Film und Fernsehen

Beratung für historische Produktionen, Erstellung von Kostümrichtlinien und Überprüfung auf historische Genauigkeit.

Verlage und Medien

Fachtexte, Lektorat historischer Publikationen und Beratung bei der visuellen Darstellung von Mode.

Wissenschaft und Bildung

Vorträge, Workshops und Unterstützung bei Forschungsprojekten an Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Theater und Oper

Historische Beratung für Kostümbildner, Quellenmaterial und Hintergrundwissen zu Inszenierungen.

Private Sammler

Bewertung und Einordnung historischer Textilien, Provenienzforschung und Konservierungsempfehlungen.

Möchten Sie mehr über unsere Arbeit erfahren?

Wir freuen uns über Austausch mit allen, die sich für historische Mode interessieren.

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